hausbaeume
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| hausbaeume [2016-01-29 21:09:14] – manfred | hausbaeume [2016-04-12 22:49:58] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
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| + | ====== Hausbäume ====== | ||
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| + | Hausbäume werden zu besonderen Anlässen wie Taufe, Hochzeit oder beim Hausbau gepflanzt. Sie haben eine Jahrhunderte alte Tradition und haben meist für mehrere Generationen lang eine enge Beziehung zum Gebäude. | ||
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| + | Der Hausbaum ist ein wichtiges gestalterisches Element im Straßenraum und im Dorf, deshalb kommen hier nur heimische oder traditionelle Laubbäume in Frage wie Linde, Ahorn, Esche oder Walnuss. | ||
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| + | Für kleinere Gärten oder Siedlungsgärten eignen sich auch hochstämmige Kleinbäume wie Eberesche, Vogelkirsche, | ||
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| + | Baumart | ||
| + | ------------------------------------------------------------------+-----------+------------------------+------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- | ||
| + | Kugel-Ahorn (Acer plat. ' | ||
| + | Baumartige Felsenbirne (Amelanchier arb. 'Robin Hill' | ||
| + | Trompetenbaum (Catalpa bignonioides) | ||
| + | Kugel-Trompetenbaum (Catalpa big. ' | ||
| + | Weißdorn / Apfeldorn (Crataegus ssp.) | ||
| + | Gold-Gleditschie (Gleditsia triacanthos ' | ||
| + | Amberbaum (Liquidambar styraciflua) | ||
| + | Zier-Apfelsorten (Malus-Hybriden) | ||
| + | Zierkirschen-Sorten (Prunus subhirtella u. P. serrulata | ||
| + | Blutpflaume (Prunus ceracifera ' | ||
| + | Chinesische Wildbirne (Pyrus call. ' | ||
| + | Weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia) | ||
| + | Kugel-Akazie (Robinia pseudo. ' | ||
| + | Eberesche in Arten und Sorten (Sorbus aucuparia / S. intermedia) | ||
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| + | ====== Ein Haus aus lebenden Bäumen ====== | ||
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| + | Diese Idee, dass man die Bäume nicht erst tötet und dann aus toten Bäumen ein Haus baut sondern das man ein Haus aus lebenden Bäumen wachsen läst, geht auf [[http:// | ||
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| + | ===== Ein Haus (Hausaussenwände und Dach) aus lebenden Baumstämmen wachsen lassen ===== | ||
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| + | Kurzfassung: | ||
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| + | ===== Die Verwachsungskraft der Natur ===== | ||
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| + | Da die Verwachsungskraft zentral wichtig für die Bauausführung ist, soll sie noch etwas genauer dargestellt werden. Zwei Äste der selben Baumart können zusammenwachsen, | ||
| + | Die zum Verwachsen vorgesehenen Baumteile müssen fest und dauerhaft aneinander gedrückt werden. Beim weiteren Wachstum passen sich die zwei Teile aneinander an und verwachsen zu einer untrennbaren Verbindung. Dieses Phänomen ist bei Wurzeln ganz selbstverständlich, | ||
| + | Rotbuche (Fagus sylvatica), Hainbuche (Carpinus betulus), Weide (Salix spp.) und Platane (Platanus x acerifolia). | ||
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| + | » Für trockene Böden verwendet man alsdann vornehmlich die Weißerle, für nasse die Roterle. Außerdem kommen für mittlere Böden an guten Holzarten hauptsächlich folgende in Betracht: Ahorn, Birke, Eiche, Pappel, Ulme, Weide. Für mildere Lagen auch echte Kastanie, Platane und Walnuß.« | ||
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| + | **DIE FÜR NATURHÄUSER GÜNSTIGSTEN BAUMARTEN** | ||
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| + | Baumart | ||
| + | ---------------------------------+-------------------------------------------------+-------------------------------+-------------------------+-----------+--------------------------- | ||
| + | Bergahorn Acer pseudoplatanus | ||
| + | Baumhasel Corylus colurna | ||
| + | Esche Fraxinus excelsior | ||
| + | Wildapfel Malus sylvestris | ||
| + | Platane Platanus x acerifolia | ||
| + | Balsampappel Populus balsamifera | feucht/ | ||
| + | Holzpappel Populus x robusta | ||
| + | Roteiche | ||
| + | Weiß-Weide Salix alba | feucht/ | ||
| + | Winterlinde Tilia cordata | ||
| + | Sommerlinde Tilia platyphyllos | ||
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| + | **BEMERKUNGEN** | ||
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| + | Bergahorn Acer pseudoplatanus | ||
| + | Baumhasel Corylus colurna | ||
| + | Esche Fraxinus excelsior | ||
| + | Wildapfel Malus sylvestris | ||
| + | Platane Platanus x acerifolia | ||
| + | Balsampappel Populus balsamifera | einfache Steckholzvermehrung, | ||
| + | Holzpappel Populus x robusta | ||
| + | Roteiche Quercus rubra | rote Herbstfärbung; | ||
| + | Weiß-Weide Salix alba | einfache Steckholzvermehrung, | ||
| + | Winterlinde Tilia cordata | ||
| + | Sommerlinde Tilia platyphyllos | ||
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| + | Die Gitterhecken produzierende Baumschule Herran im österreichischen Höchst / Vorarlberg benutzt folgende Gehölzarten: | ||
| + | Silberahorn (Acer saccharinum), | ||
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| + | Bei der Auswahl der Baumart sind immer mehrere Punkte zu beachten. Zum einen Boden / Klima / Standort und zum anderen die gewünschte Wuchsleistung. Eine Sorte, die gerade mal vier Meter groß werden kann, wird für einen drei Meter hohen Raum nicht genügend Wuchsleistung bieten. Außerdem sollte auf ein starkes Dickenwachstum der Pflanze geachtet werden, sonst bleibt die Wand auf Jahre hinaus ein Gitter. Alle in der Tabelle genannten Baumarten wachsen im ersten Jahr nach der Pflanzung oft deutlich geringer als angegeben. Zwischen dem 5. und dem 10. Standjahr gilt dann der genannte Jahreszuwachs. Danach wird es zumeist wieder etwas weniger. | ||
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| + | ==== Ein Viertel der angegebenen maximalen Wuchshöhe ist die größtmögliche Naturhaushöhe. ==== | ||
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| + | Denn die über dieses Maß hinausgehenden Äste sind nötig, um das Bauwerk zu versorgen. Wer also ein Apfelhaus pflanzen will, wird bei circa 2 Meter Höhe das Dach flechten müssen. Bei Esche oder Sommerlinde sind immerhin circa 10 Meter möglich. Auch wenn man die hierfür nötigen optimalen Wuchsbedingungen schafft, ist es wohl nicht nur aus zeitlichen Gründen trotzdem besser, das Dach nicht erst im dritten Stock zu schließen. | ||
| + | Ich möchte betonen, daß es sich hier um die wahrscheinlichen Möglichkeiten handelt. Erstens sind noch keine Räume dieser Größenordnung fertig, und zweitens gibt es bei Pflanzen keine Wuchsleistungsgarantie. Was uns aber nicht hindert, neben einem kleinen Naturhaus, das in wenigen Jahren fertig ist, auch einen großen Palast zu pflanzen, an dem unsere Nachfahren noch weiterpflegen können. Sehr hilfreich bei der Pflanzenauswahl ist die Beratung von erfahrenen Gärtnern. Nützlich sind auch die Kataloge von Forstbaumschulen. Dort können wir auch große Mengen an Bäumen, ich verwende 20 Stück pro Meter Wand, günstig bekommen. | ||
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| + | ==== Flächenbildung aus lebendem Holz ==== | ||
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| + | »Von der Heckenpflanzung unterscheidet die Naturwandpflanzung sich durch zwei Punkte. Erstens verwendet man zu Hecken meistens Gehölze mit schwachem Wachstum, während man zur Naturwand möglichst starkwachsende Baumarten nimmt. Ferner werden die Heckenpflanzen viel und stark gestutzt, damit sie recht kraus und buschig werden. Bei Bäumen dagegen, die die Naturwand bilden sollen, schneidet man die Seitenzweige fort und läßt die Spitze frei wachsen.« | ||
| + | Die so entstehenden schlanken Triebe können in der blattlosen Zeit im Winter verflochten werden. Zu beachten ist, daß die Äste nicht zu flach eingearbeitet werden dürfen, weil sonst die Triebspitze leicht abstirbt. Um ein Lösen des Flechtwerkes zu verhindern und ein gegenseitiges Scheuern der Äste zu unterbinden, | ||
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| + | »Dadurch entstehen dann Maschen, die als vollständig geschlossene Rähmchen von dünnen Rundhölzern zu betrachten sind. Wenn die Hölzer, die die Rahmen bilden, so dick geworden sind wie die Masche groß ist, dann muß [...] die Masche zugewachsen sein. [...] Sobald aber die Maschen zugewachsen sind ist aus dem offenen Geflecht eine geschlossene Holzwand entstanden. « | ||
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| + | So einfach es klingt, ist es aber doch nicht. Das verwachsene Gitter ist statisch sehr stabil, und da lebende Bäume immer genau da dicke Jahresringe bilden, wo die Belastung am größten ist, wird sich genau da, wo wir Holz haben wollen, nur langsam etwas bewegen. | ||
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| + | ==== Zuwachsen der Maschen ==== | ||
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| + | Die Zeitdauer des Zuwachsens hängt von zwei Punkten ab: Erstens von der Größe der Maschen und zweitens von der Wuchsleistung der Bäume. Eine einfache Methode, die Maschen zu verkleinern, | ||
| + | Die nötige hohe Wuchsleistung entsteht durch fachgerechte Sortenanpassung an den Standort, genügend Nährstoffe und Wasser, und eine üppige Belaubung. Im besonderen spielt dabei das Wasser eine entscheidende Rolle. Da die Bäume sehr dicht nebeneinander stehen, benötigen sie in den ersten Jahren, speziell bei Trockenheit, | ||
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| + | ==== Die Raumbildung ==== | ||
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| + | »Um aus solchen Wänden Räume zu schaffen, hat man sie winklig zueinander zu stellen.« | ||
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| + | Nun, das ist ja schon beinahe lächerlich! Sicherlich ist es auch machbar, exakte rechteckige Grundrisse anzulegen. Ich liebe jedoch runde und geschwungene Formen. Denn die weichen jungen Baumtriebe ermöglichen ja auch fließende Linien viel besser als andere Baustoffe. Und wer hat schon mal einen eckigen Baum gesehen? Jetzt möchte ich aber nicht zu sehr polemisch werden, denn winklige Grundrisse | ||
| + | haben auch ihre Vorteile. Doch sollte gerade beim Naturbauverfahren intensivst über den Grundriß nachgedacht werden. Einerseits muß es zu der Pflanze passen, und andererseits sind gepflanzte Wände dazu gedacht an Ort und Stelle alt zu werden. Also ist der Grundriß über 50 Jahre und mehr nicht mehr änderbar! | ||
| + | Wie können wir damit umgehen? Bei üblichen Häusern wird der Grundriß auch selten geändert. Sollen wir also einen erfahrenen Architekten fragen? Das hilft nicht viel weiter, denn diese Berufsgruppe hat üblicherweise kaum Ahnung von lebenden Pflanzen, und deren Planungsgedanken basieren auf üblichen Wohnvorstellungen. | ||
| + | Bei unseren Naturhäusern ist aber einiges anders. Zum Beispiel ist der Raum erst in circa zehn Jahren nutzbar. Macht es dann jetzt Sinn, zu überlegen, welchen Schrank ich wohin haben will? Nein, woher kann ich denn wissen, welche Wohnvorstellungen ich dann habe? Beziehungsweise will dann vielleicht jemand anderes darin wohnen, weil meine Lust am Forschen mich woanders hin gebracht hat? Also was tun? Die Raumgrößen sollten in erreichbaren Zeiträumen überdachbar sein. Das bedeutet einen Durchmesser von maximal 5 bis 6 Meter. Die Art und Lage der einzelnen Zimmer sollte verschiedene Klimazonen schaffen und dabei multifunktional gestaltet sein. | ||
| + | Das läßt sich am einfachsten erreichen, indem mit Sägemehl der geplante Grundriß markiert wird und dann einen Monat lang alle erdenklichen Lebenslagen darin durchgespielt werden. Sobald unbrauchbare Formen entdeckt sind, wird der Grundriß verbessert und in kurzer Zeit haben wir einen mehrfach optimierten Plan in Originalgröße. Zur Pflanzzeit im Herbst oder Frühling wird dann der Pflanzgraben entlang der gefundenen Grundrißlinien spatentief ausgehoben. Je dichter die Bäume gepflanzt werden, umso schneller schließt sich die Wand. Ich setzte üblicherweise, | ||
| + | Beim Pflanzen wird im Bereich der geplanten Eingänge einfach kein Baum gesetzt und als Türpfosten ein senkrechter Baum mit eingeflochten. Für die Fensteröffnungen brauchen wir etwas mehr Geduld, denn dazu sollte das Gitter schon an den Berührungspunkten der einzelnen Äste verwachsen sein. Sobald dies der Fall ist, kann sehr einfach das gewünschte Fenster herausgeschnitten werden, ohne das gesamte Gefüge der Wand zu beeinträchtigen. Allerdings ergibt diese Herangehensweise rautenförmige Fenster, was sicher gewöhnungsbedürftig ist aber einfach viel besser zum lebenden Naturbau paßt. | ||
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| + | ==== Die Dachbildung ==== | ||
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| + | Nachdem nun der Grundriß gefunden, die Bäume gepflanzt, geflochten und angewachsen sind, geht es zur nächsten Etappe: | ||
| + | Das Schließen des Daches. | ||
| + | Beim jährlichen Verflechten der Neutriebe kann direkt der Übergang in das Dach geflochten werden. Als Flechthilfe dienen einfache Gerüste aus Holzlatten, die in der gewünschten Dachform montiert werden. | ||
| + | Zu beachten ist, daß das Dach nicht zu flach geformt wird, weil sonst die Bäume an der Dachkante neu austreiben und der First abstirbt. Bei runden Räumen gibt es noch die Möglichkeit, | ||
| + | Die Schwierigkeit dieser Verfahren liegt in der Notwendigkeit eines Arbeitsgerüstes für die Flechtarbeiten. Bei Lauben für Kinderspielplätze ist das selbstverständlich nicht nötig, aber sobald wir eine Raumhöhe von zwei Metern und mehr erreichen wollen, geht es ohne Leitern und Gerüste nicht mehr. | ||
| + | Ein anderer, möglicherweise einfacherer, | ||
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| + | »Bei der letzteren Art der Dachbildung haben die Zweige aber an der Stelle, wo sie gebogen werden müssen, schon eine bedeutende Stärke. Das Biegen läßt sich nicht mehr an einer bestimmten Stelle durchführen, | ||
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| + | An diesem Zitat ist zu erkennen, daß //Arthur Wiechula// immer wieder die Akzeptanz der Bevölkerung erlangen wollte. Doch glaube ich , daß es im Besonderen in diesem Fall eher negativ wirkt, sich an die üblichen Vorstellungen anzubiedern. Die Art, wie ein Naturbau wächst, ist so grundlegend anders als das »bekannte Bauen, daß hier ein völlig neuer Schönheitsbegriff eingeführt werden mußte. Und gerade an dieser Stelle sollten wir es uns nicht nehmen lassen, Gewölbe, runde Wände und spontan entstehende Ausbuchtungen als schöne Zeichen dieser Bauweise zu verwirklichen. | ||
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| + | ==== Die weitere Entwicklung lebender Naturhäuser ==== | ||
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| + | Sobald die letzten Löcher im Dach zugewachsen sind, ist das Haus eigentlich fertig. Aber lebendes Holz wächst weiter, auch wenn wir jetzt das Wachstum nicht mehr brauchen. Hier zeigt sich sehr deutlich die Andersartigkeit lebendiger Häuser: **Sobald übliche Bauten fertig sind, beginnen sie zu verfallen und müssen regelmäßig renoviert werden. Das Naturhaus braucht etwas länger bis es benutzbar ist, aber dann geht es noch lange nicht dem Verfall entgegen. Vielmehr produziert es Holz, Blätter, vielleicht auch eßbare Früchte, und ändert sein Aussehen im Lauf der Jahreszeiten. Erst viele Jahrzehnte später stirbt auch ein Naturhaus einmal ab und ist dann wie ein massiv gewachsenes Blockhaus auch noch einige Jahre von Bestand.** | ||
| + | Doch möchte ich vorerst beim Wachstumsprozeß bleiben: Jedes Jahr bilden sich neue Jahresringe im Holz. Dabei wird jeder einzeln stehende Baum immer stärker. Also werden unsere Wände auch immer dicker! Das ist kein weiteres Problem, denn das läßt sich leicht im Grundriß berücksichtigen, | ||
| + | Das läßt sich allerdings leicht regulieren, indem der Dachauswuchs eingeschränkt wird. Dadurch verringert sich die Blattmasse, die Photosyntheseleistung und dadurch werden die Jahresringe schwächer. Die nützlichste Art ist dabei das regelmäßige Ernten von Brennholz oder Flechtruten. Allerdings darf nicht zu nah an der Dachoberfläche geschnitten werden, weil sonst an der Schnittstelle leicht ein Loch ins Dach faulen kann. | ||
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| + | »Man kann aber auch in bestimmten Reihen und Zwischenräumen Zapfen von 10 bis 50 Zentimeter stehen lassen, und in kurzer Zeit werden die Triebe nur noch an diesen Zapfen erscheinen, so daß dann unmittelbar an der Dachfläche keine Wunden mehr entstehen. [...]Das | ||
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| + | Ich möchte aber dringendst empfehlen, den Grundriß groß genug zu wählen, damit eine frei entwickelte Baumkrone mit entsprechend geringem Pflegeaufwand möglich ist. | ||
| + | Ob die fertigen Wände wirklich auch nach innen weitere Jahresringe bilden, ist allerdings in den Fachkreisen noch umstritten. Ich vermute, daß es genauso gut sein kann, daß im Innenraum das Wachstum aufhört. Denn der Saftfluß der Blätter der Baumkrone fließt wahrscheinlich nach dem vollständigen Verwachsen der Wand- und Dachflächen nur noch auf der Außenseite des Bauwerks. | ||
| + | Als wir eines Tages über diese Frage diskutierten, | ||
| + | Diese weitreichenden Überlegungen haben sicherlich ihren Sinn. Doch scheint es mir jetzt erst einmal interessanter, | ||
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| + | ==== Natürliche Blitzableiter ==== | ||
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| + | An was //Arthur Wiechula// nicht alles gedacht hat! Einzelstehende Naturhäuser auf freiem Felde benötigen selbstverständlich einen Blitzschutz, | ||
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| + | ==== Türen und Fenster ==== | ||
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| + | Selbstverständlich benötigt ein Naturbau | ||
| + | Vorerst müssen wir uns also mit den herkömmlichen Fenstern und Türen begnügen. Dabei stellt sich die Frage, wie wir diese Bauelemente mit den lebenden Holzwänden verbinden können. | ||
| + | Sobald in dem für das Fenster vorgesehenen Bereich die verflochtenen Äste zu einem Gitter verwachsen sind, kann die Arbeit beginnen. Wir sägen genau die Form und Größe, die wir uns für den Durchbruch wünschen, aus dem Flechtwerk. Durch die Lage der einzelnen Äste ergeben sich auf der Spitze stehende Rauten, oder hochovale Öffnungen. Rechteckige, | ||
| + | Nachdem wir nun ein Loch in dem Flechtwerk haben, müssen wir einen stabilen Holzrahmen einpassen. Dazu bedarf es Holzbalken von mindestens 5 bis 15 Zentimeter Stärke, denn sie müssen den gesamten Druck der größer werdenden Jahresringe abfangen. Das besondere an dieser Arbeit ist das Befestigen von dreieckigen Kantleisten auf der Außenseite dieses Rahmens. | ||
| + | Durch diese Leisten kann der Rahmen nicht mehr aus der Öffnung herausfallen, | ||
| + | vielen Jahren der Benutzung, der Fensterrahmen verrottet, kann er leicht aus der lebenden Holzwand entfernt werden. Ein | ||
| + | neuer Holzrahmen mit neuen Dreikantleisten wird dann wieder einige Jahre überdauern können. Bei Türen verfahren wir genauso wie bei den Fenstern. | ||
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| + | »Der Rahmen muß auch bei Türen [...] einen vollständigen Ring abgeben, so daß die oberen drei Teile mit der Schwelle zusammen den geschlossenen Rahmen bilden.« | ||
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| + | Denn sonst kann es leicht passieren, daß die stärker werdenden Wände die Türbalken unten zusammendrücken. Wer diese Art von eckigen, toten Holzkonstruktionen unpassend findet, kann natürlich auch die Wanddurchbrüche mit Stoffen, Planen und Folien verschließen. Der Phantasie sind hier generell keine Grenzen gesetzt. In der praktischen Ausführung begrenzt jedoch die Biologie der Bäume die Gestaltungsmöglichkeiten doch etwas. Wenn die Holzrahmen fehlen, die den Wachstumsdruck abfangen, wird der Naturbau genau an diesen Löchern verstärkte Jahresringe produzieren, | ||
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| + | Sehr plastische Darstellungen dieser Verhaltensweise von Bäumen bei ihrem Wachstum fand ich in der Schrift von Claus Mattheck (siehe Literaturhinweis). Die Lektüre dieses Buches kann ich zum Verständnis dieser Thematik sehr empfehlen. | ||
| + | Wenn wir trotzdem ohne Holzrahmen einen Wanddurchbruch formen wollen, müssen wir die statischen Verhältnisse berücksichtigen und beispielsweise um das Fenster herum die Wandäste nach außen stülpend verflechten und verwachsen lassen. Durch diese Verstärkung sinkt in diesem Bereich die sogenannte Rindenspannung und das Bauwerk tendiert nicht mehr zum gezielten Zuwachsen der Öffnung. | ||
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| + | Als Schlußbetrachtung über das Buch »Wachsende Häuser aus lebenden Bäumen entstehend« verwende ich das Zitat des Autors, das mir vor ein paar Jahren den Antrieb gab, mit meinen eigenen Aktivitäten zu beginnen: | ||
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| + | ».... hauptsächliche [...] Hinderungsgründe [...] die Dauer der Herstellung. Um sich die erforderliche Zeitspanne am eigenen Leben klar zu machen, braucht man nur einmal rückwärts zu schauen und sich das letzte Jahrzehnt zu vergegenwärtigen. Wie schnell ist es dahingegangen! **Ja, hätte man damals vor zehn Jahren mit der Arbeit begonnen, dann könnte heute das Haus schon fertig dastehen. Dasselbe aber kann man sich nach weiteren zehn Jahren sagen, wenn man nicht jetzt sofort noch in diesem Jahr damit beginnt. Für jeden Sommer, den man jetzt bei der Anlage versäumt, verliert man später in der Benutzung ein ganzes Jahr«** | ||
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| + | ===== Aus Baumstämmen ein Haus flechten ===== | ||
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| + | US-Architekten habe eine neue Art von Baumhaus erfunden: Es wird aus mehreren Baumstämmen »geflochten«. | ||
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| + | **Dazu eignen sich** Ulmen oder Lebenseichen, | ||
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| + | **Wasser beziehen die Bewohner** des Baumhauses – oder Hausbaums – aus einem Regenwasser-Kollektor in den Baumwipfeln; | ||
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| + | Autor(in): Wolfgang C. Goede | ||
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| + | === Weitere Links === | ||
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