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hilfsprogramme_des_dateisystems

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hilfsprogramme_des_dateisystems [2019-06-24 09:21:25] – [Partitionen größer als 2TB anlegen] manfredhilfsprogramme_des_dateisystems [2019-06-24 09:22:45] (aktuell) – [Partitionen größer als 2TB anlegen] manfred
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 +====== Hilfsprogramme des Dateisystems ======
 +
 +
 +===== Partitionen größer als 2TB anlegen =====
 +
 +  * [[http://blog.shade.sh/index.php/archive/431]]
 +
 +Partitionen die größer als 2TB sind, können nur mit //parted// erstellt werden:
 +  > aptitude install parted
 +
 +...manchmal kann man auch ein grafisches Werkzeug gebrauchen wie z.B. das //GTK-Parted//:
 +  > aptitude install gparted
 +
 +Das Volumen mit dem Partitionierungswerkzeug öffnen:
 +  > parted /dev/sdc
 +  (parted) 
 +  (parted) help
 +
 +als erstes muss auf einem frischen Volumen ein GPT-Label angelegt werden:
 +  (parted) mklabel gpt
 +
 +zu verwendende Standardeinheit setzen (__Beispiel 1:__ GB):
 +  (parted) unit GB
 +
 +ein 400GB große Partition, am Anfang des Volumens, anlegen:
 +  (parted) mkpart primary 0GB 400GB
 +  (parted) print                                                            
 +  Modell: WD My Book (scsi)
 +  Festplatte  /dev/sdc:  400GB
 +  Sektorgröße (logisch/physisch): 512B/512B
 +  Partitionstabelle: gpt
 +  
 +  Nummer  Anfang  Ende    Größe   Dateisystem  Name  Flags
 +        17,4kB  400GB   400GB                ext4
 +
 +zu verwendende Standardeinheit setzen (__Beispiel 2:__ %):
 +  (parted) unit %
 +
 +das komplette Volumen, mir dieser Partition, belegen:
 +  (parted) mkpart primary 0% 100%
 +
 +das Partitionierungsprogramm schließen
 +  (parted) quit
 +
 +Partition formatieren:
 +  > mke2fs -m 0 -t ext4 -L backup /dev/sdc1
 +
 +
 +===== eine Kopie als Backup anlegen =====
 +
 +siehe auch: [[kopieren auf verschiedene Weisen]]
 +
 +
 +===== Backup erstellen/restaurieren =====
 +
 +
 +==== erstellen ====
 +
 +  /sbin/dump -[Backup-Level]uLC 32 -f [Backup-Datei/-Tape] [Filesystem aus der /etc/fstab]
 +
 +  * Ohne den Parameter „-f“ wird auf „/dev/sa0“ gesichert.
 +  * Der Parameter „-u“ aktuallisiert die Datei „/etc/dumpdates“.
 +  * Der Parameter „-L“ besagt, dass das zu sichernde Dateisystem gerade benutzt wird (live read-write).
 +  * Der Parameter „C“ gibt die Cachegröße an (8-32MB sollten es laut Dokumentation sein).
 +  * Der letzte Parameter muß das zu sichernde Dateisystem sein (Spalte eins oder zwei in der /etc/fstab).
 +
 +Dieser Befehl schreibt das Backup in bis zu drei Dateien, von max 715776kB (699MB) Größe.
 +
 +  /sbin/dump -[Backup-Level]uC 32 -B 715776 -f datei1,datei2,datei3 /home
 +
 +
 +==== restaurieren ====
 +
 +  /sbin/restore -[iRrtx] -f [Backup-Datei/-Tape]
 +        -i      interaktiv
 +        -r      „restore“ (newfs /dev/da0s1a; mount /dev/da0s1a /mnt; cd /mnt; restore r)
 +        -R      startet ein volles Restore ab einem bestimmten Medium (nach Restore-Abbruch)
 +        -t      listet den Inhalt des gesammten Backups auf (erstetzt das alte dumpdir)
 +                mit Parameter werden einzelne Dateien aus dem Backup aufgelistet
 +        -x      (extract) schreibt das gesammte Backup zurück
 +                mit Parameter werden einzelne Dateien aus dem Backup zurück geschrieben
 +    optionale Parameter:
 +        -h      schreibt das aktuelle Verzeichnis zurück (für hierarchisches zurückschreiben)
 +        -N      nichts auf die Platte schreiben (Test-Mode)
 +        -s      liest von einer bestimmten Backupdatei (Nummerierung startet mit „1“)
 +        -u      (unlink) um die Überschreibwarnung zu vermeiden, löscht „restore“ die alten Dateien
 +                bevor es die neuen schreibt
 +        -v      gibt alle Aktivitäten aus (gesprächig)
 +        -y      alle Fragen automatisch mit „Ja“ beantworten (Fehlerhafte Blöcke werden so
 +                Kommentarlos übersprungen)
 +
 +**Nach einem vollen restaurieren, muss ein „Level 0“-Backup gezogen werden, denn Restore hat für das neue Dateisystem keine Inode-Belegung mehr.**
 +
 +  vierte Spalte in der /etc/fstab „Options“:
 +        "rw"    read/write device
 +        "rq"    read/write with quotas
 +        "ro"    read-only device
 +        "sw"    swap device
 +        "xx"    ignore totally
 +
 +  fünfte Spalte in der /etc/fstab „Dump“:
 +        „0“     ?
 +        „1“     ?
 +
 +
 +einmal im Monat (z.B. an jedem 1.):
 +
 +  # /sbin/dump -0u -f /dev/nsa0 /home
 +
 +einmal pro Woche (z.B. jeden Freitag):
 +
 +  # /sbin/dump -1u -f /dev/nsa0 /home
 +
 +Tägliches Backup nach dem Hanoi-Algorithmus (beginnend mit „3“).
 +Backup-Level-Reihenfolge: 3 2 5 4 7 6 9 8 9 9 ...
 +
 +
 +===== Dateisystemunabhängige Programme =====
 +
 +
 +==== Einschränkungen ====
 +
 +
 +=== cpio (archivierer) ===
 +kann nicht komprimieren;
 +kann nur ASCII und max. 8GB-Archive,
 +standardmäßig wird ein überflüssiges Binärformat verwendet
 +  "-H crc":   portable SVR4-Format mit einer Schecksumme je Datei
 +  "-H ustar": POSIX.1-Format
 +
 +Wegen seiner Dateigrößenbeschränkungen wird cpio nicht mehr von
 +der POSIX geführt, Nachfolger sollte afio werden;
 +Die POSIX führt pax als Nachfolger von cpio und tar ein.
 +und so trat pax die Nachfolge von cpio, tar und afio im POSIX-Standard an...
 +
 +=== tar (archivierer) ===
 +kann nur ASCII und max. 8GB-Archive,
 +kann mit Hardlinks und Sparse-Dateien nicht richtig umgehen, was beim
 +Wiedereinspielen eines Archivs zu Problemen führen kann;
 +mit star und bsdtar versucht man die Schwächen von tar/GNU-tar
 +zu vermeiden;
 +  - mehr als 8GB gehen
 +    - mit "-H ustar" (POSIX 1003.1-1988)
 +  - und "-H posix" (POSIX 1003.1-2001)
 +
 +  Solaris: mehr als 8GB gehen mit "-E" (ustar)
 +  Linux  : benutzt standardmäßig "-H ustar" (POSIX 1003.1-1988)
 +           (GNU-tar ist kein echtes POSIX-Format, nur ähnlich)
 +  Die POSIX führt pax als Nachfolger von cpio und tar ein;
 +
 +=== afio  (archivierer + packer) ===
 +Nachfolger von cpio sollte afio werden, allerdings
 +stammt der Quellcode von afio aus einer zur LPGL (aktuelle Lizenz)
 +nicht kompatiblen Lizenz, aus diesem Grund hat die FSF afio aus ihrem
 +Software-Verzeichnis genommen;
 +
 +=== star (archivierer) ===
 +-
 +
 +=== pax (archivierer + packer) ===
 +POSIX-Nachfolger von cpio;
 +benutzt standardmäßig "-x ustar" (POSIX 1003.1-1988) mit "-x cpio" (IEEE 1003.2 / POSIX.2)
 +
 +
 +=== rar (archivierer + packer) ===
 +steht unter Lizenzschutz / ist kommerziell
 +
 +=== p7zip/7za (archivierer + packer) ===
 +kann keine beschädigten Archive entpacken (im Gegensatz zu rar)
 +  - owner/group wird nicht gespeichert
 +
 +deshalb wird noch ein archivierer gebraucht:
 +  * Backup erstellen    : tar cf - directory | 7za a -si directory.tar.7z
 +  * Backup zurückspielen: 7za x -so directory.tar.7z | tar xf -
 +
 +
 +==== Vorteile ====
 +
 +=== cpio (archivierer) ===
 +gibt es auf allen Unix-Systemen;
 +
 +=== tar (archivierer) ===
 +ist das verbreitetste Unix-Archivierungsprogramm;
 +
 +=== afio  (archivierer + packer) ===
 +afio komprimiert Dateiweise und verwendet blockweise komprimierende Algorithmen,
 +so das ein beschädigter Bereich nicht das gesamte Archiv zerstört, wie es
 +bei tar passieren kann;
 +
 +=== star (archivierer) ===
 +hat die beschränkungen von tar nicht,
 +star verwendet die gleichen Prozeduren wie restore/dump;
 +
 +=== pax (archivierer + packer) ===
 +kann alle cpio- und tar-Archive lesen und schreiben;
 +kann POSIX.2;
 +
 +=== zip (archivierer + packer) ===
 +ist das verbreitetste Windoofs-Archivierungsprogramm, Passwortschutz,
 +kann beschädigte Archive manchmal reparieren
 +
 +=== gzip (packer) ===
 +sehr verbreitet, packt Dateien mit einheitlichen Dateninhalt am besten;
 +verbraucht sehr wenig Rechenleistung, packt nicht ganz so gut wie zip;
 +kann nur eine Datei komprimieren, braucht also noch einen Archivierer;
 +
 +=== bzip2 (packer) ===
 +sehr verbreitet, ist für Dateien mit gemischtem Dateninhalt optimiert;
 +verbraucht deutlich mehr Rechenleitung als gzip;
 +kann nur eine Datei komprimieren, braucht also noch einen Archivierer;
 +
 +=== rar (archivierer + packer) ===
 +kann beschädigten Archive entpacken
 +
 +=== p7zip/7za (archivierer + packer) ===
 +teilweise bessere Kompression als bzip2 und zip, UNICODE, verschlüssellung,
 +Passwortschutz, Selbstentpacker,
 +kann Archive mit beschädigten Dateien entpacken,
 +
 +== Archivierungsprogramme, die 7z unterstützen ==
 +  - p7zip/7za (portabeles Kommandozeilenprogramm)
 +  - ark (KDE-FrontEnd für verschiedene Kommandozeilenarchivierer)
 +  - File Roller (GNOME-Archivierungstool)
 +  - PeaZip (in Free Pascal geschrieben)
 +
 +----
 +
 +Und so sind nur noch
 +  * pax           # Nachfolger für cpio und tar, einziges POSIX.2-Programm
 +  * 7za (p7zip)   # aktuell der beste Packer für die Zukunft von wesentlichem Interesse.
 +
 +Von untergeordnetem Interesse bleibt
 +  * gzip          # sehr schneller Packer
 +  * bzip2         # sehr guter Packer unter BSD-Lizenz, arbeitet Blockweise
 +  * afio          # seine Archive kann man trotz Beschädigung entpacken
 +  * star          # ein weiterer interessanter tar-Nachfolger
 +
 +Nur wegen der Verbreitung ist
 +  * tar           # sehr, sehr verbreitet; Nachfolger von cpio noch interessant.
 +
 +----
 +
 +== archivieren/packen ==
 +  find [Verzeichnis/Datei] | cpio -oH ustar --sparse > [Archiv.tar]
 +  find [Verzeichnis/Datei] | cpio -oH newc --sparse > [Archiv.newc]
 +  star -c -p f=[Archiv.tar] [Verzeichnis/Datei]
 +  pax -wf [Archiv.tar] [Verzeichnis/Datei]
 +  pax -wx sv4crc -f [Archiv.pax] [Verzeichnis/Datei]
 +  7za a [Archiv.7z] [Verzeichnis/Datei]
 +  7za a -si [Archiv.7z] [Verzeichnis/Datei]
 +  7za a -sfx [Archiv.exe] [Verzeichnis/Datei]     # Archiv MUSS auf ".exe" enden!]
 +  7za a -v1g [Archiv.7z] [Verzeichnis/Datei]      # 1GB-Archive
 +  star -c -p [Verzeichnis/Datei] | 7za a -si [Archiv.7z]
 +
 +== Inhalt zeigen ==
 +  cpio --list < [Archiv.tar]
 +  cpio --list < [Archiv.newc]
 +  7za l [Archiv.7z]
 +
 +== testen ==
 +  pax -f [Archiv]
 +  7za t [Archiv.7z]
 +
 +== entpacken ==
 +  pax -rf [Archiv]
 +  7za e [Archiv.7z]                               # mit relativem Pfad
 +  7za x [Archiv.7z]                               # mit absolutem Pfad
 +  7za e -so [Archiv.tar.7z] | tar xf -            # owner/group mit entpacken
 +
 +
 +== kopieren ==
 +  pax -rwp e [Quelle] [Ziel]
 +  mkdir -p [Ziel] ; star -copy -p [Quelle] [Ziel]
 +
 +
 +== mit Passwort verschlüsseln ==
 +  7za a -mhe=on -p[geheim] [Archiv.7z] [Verzeichnis/Datei]
 +
 +----
 +
 +cpio
 +
 +  -rw-rw-rw-  1 medadmin users 535829504 Nov 14 16:19 DONE.cpio
 +  -rw-rw-rw-  1 medadmin users 535857152 Nov 14 16:35 DONE.crc
 +  -rw-rw-rw-  1 medadmin users 535857152 Nov 14 16:26 DONE.newc
 +
 +tar
 +
 +  -rw-rw-rw-  1 medadmin users 536064000 Nov 14 15:48 DONE.tar
 +
 +pax
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 +  -rw-rw-rw-  1 medadmin users 536064000 Nov 14 16:37 DONE.pax
 +  -rw-rw-rw-  1 medadmin users 535859200 Nov 14 16:34 DONE.sv4crc
 +