roehrentechnik
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| roehrentechnik [2022-12-24 15:51:05] – [Pentoden- / Tetrodenmodus] manfred | roehrentechnik [2023-03-15 21:33:06] (aktuell) – [Röhren] manfred | ||
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| + | * [[Transistortechnik]] | ||
| + | * Beispiele für Doppel-Trioden sind: | ||
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| + | * Beispiele für Pentoden sind: | ||
| + | * **EF80 (HF-Pentode für Zwischenfrequenzverstärker)** => //die [[https:// | ||
| + | * EF83 (regelbare NF-Pentode, zur Audiosignalregelung eingesetzt) | ||
| + | * EF85 (regelbare HF-Pentode) | ||
| + | * **EF86 (rauscharme NF-Pentode, für Audio-Vorverstärker)** | ||
| + | * EF98 (Niederspannungs-Kleinsignalpentode, | ||
| + | * EL34 (NF-Endpentode für tragbare Audioverstärker) | ||
| + | * EL41 (NF-Endpentode für Radiogeräte älterer Bauart) | ||
| + | * **EL84 (NF-Endpentode für Radiogeräte und Verstärker)** | ||
| + | * PL83 (Videoendstufe/ | ||
| - | ===== SRPP ===== | + | ===== Vorverstärkerschaltungen |
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| - | Seit Hiraga Anzai-San 1969 die SRPP-Schaltung für HiFi entdeckte, hat SRPP andere, auch bessere, Schaltungsarten – ob mit Pentode oder Triode – nahezu komplett aus dem Bastler-Gedächtnis gestrichen. Scha(n)de. SRPP – keine andere Röhrenschaltung wird industriell so oft eingesetzt, so oft kontrovers diskutiert, wie diese Röhrenschaltung. Und bei keiner anderen Schaltung kann man so viel falsch machen. | + | ==== Vorverstärkerschaltung |
| - | Dieser Artikel ist lediglich eine Erklärung bzw. Zusammenfassung, | + | [[https:// |
| - | SRPP ist – so einfach | + | Bei der hier vorgesehen Anwendung hat diese vorgestellte |
| + | Das Triodensystem ist mit einer halben ECC 83 identisch. Dieses bietet eine hohe Leerlaufverstärkung von ca. 100. Der Pentodenteil kann mit Strömen bis 36 mA aufwarten, was im Betrieb | ||
| + | Durch die gewählte Beschaltung wird die Pentode auf etwa 20 mA Arbeitsstrom festgelegt und durch eng tolerierten (!!) Widerstände streng an ihren Arbeitspunkt gezwungen. Engtolerierte Metallschicht- und Metalloxidwiderstände halten die Daten der Verstärkerstufen auch über lange Zeit konstant. | ||
| - | SRPP steht für **Shunt Regulated Push-Pull**. Das kann man relativ einfach und unfallfrei direkt ins Deutsche übersetzen: **Widerstandgesteuerter Gegentakt(verstärker)**. Heisst »übersetzt«: | + | [[https:// |
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| - | SRPP ist mit einem niedrigen Ausgangswiderstand behaftet der es einem auch erlaubt, den SRPP-Vorverstärker mit Klingeldraht an die, in 10m entfernte, Endstufe anzuschließen. Die Verstärkung ist, gemessen am Bauteilaufwand, | + | ===== SRPP ===== |
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| - | Zudem ist SRPP für eine Röhrenschaltung sehr klangneutral. Nix mit klangfördernde Oberwellen wie k2 oder k3, gemeinhin auch als Klirrfaktor bezeichnet und stellt deshalb dem über allem schwebenden HighEnder das Ideal eines Verstärkers dar: //Ein idealer Verstärker soll sich ja nur als ein Stück Draht verhalten. Quasi das Perpetuum mobile in der HiFi-Szene…// | + | |
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| - | Die Frequenz-Bandbreite ist enorm: Von Infra- bis Ultraschall ist alles drin (lediglich begrenzt durch einen immer irgendwie einzusetzenden Kondensator). Dabei bleibt der Frequenzgang schnurgerade und hebt damit nun endgültig die SRPP in die elitäre HighEnd-Platin-Klasse. | + | |
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| - | __SRPP ist allerdings **nichts** für den schnellen Einsatz und will erzogen (sprich, auf den jeweiligen Einsatz optimiert) werden. Nur selten stimmen die Schaltungsvarianten mit der bereits vorhandenen Signalquelle- Endverstärker- oder Lautsprecherkombination überein.__ | + | |
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| - | Entweder es verstärkt zu hoch – oder zu niedrig. Entweder die Ausgangsimpedanz stimmt – oder nicht. Entweder die Röhre arbeitet im Arbeitspunkt – oder nicht. __Und eine klitzekleine Fehlanpassung lässt die highendige SRPP zum Rauschgenerator werden. Nicht zuletzt hat man auch mit einer zwangsläufigen thermischen Drift zu kämpfen.__ | + | |
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| - | Und als ob das nicht genug wäre: Irgendwann pfeift die SRPP auf dem letzten Loch und damit auf die guten Eigenschaften. Im wahrsten Sinne des Wortes. | + | |
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| - | Also, entweder man ist bekennender SRPP-Freak mit Hang zur Selbstkasteiung – oder nicht. | + | |
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| - | Mir persönlich sind das ein paar »Optimierungsansätze« zuviel. Bei soviel Entweder-Oder bleibt nur ein Urteil: | + | |
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| - | __//SRPP ist Scheisse!// | + | |
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| ==== KT88 & 6550 Essentials ==== | ==== KT88 & 6550 Essentials ==== | ||
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| + | Weil es immer wieder zu Missverständnissen kommt (an denen auch die Hersteller nicht ganz unschuldig sind): | ||
| + | * **eine 6550 ist keine KT88** | ||
| + | * **eine KT88 ist keine 6550** | ||
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| + | Je nach Arbeitsbedingung und gewünschter Leistung ist der Gitterwiderstand (g1) nach Datenblattangabe zu wählen. In nahezu 90% aller Gegentaktverstärker (egal ob industriell gefertigt oder nur als Schaltplan online gestellt) ist dieser falsch. Ich habe bisher nur einen Röhrenverstärker gesehen, wo dieser Widerstandswert werksmäßig richtig dimensioniert wurde! | ||
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| + | Die Schirmgitterspannung für KT88 bzw. 6550 muss im Pentodenmodus (richtiger wäre ja Tetrodenmodus) und bei einer Versorgungsspannung von 500V bis 550V zwischen 300V (Minimum) und 400V (Maximum) liegen. Und das sehr stabil. Liegt die Schirmgitterspannung bei 6550 deutlich über den Maximalwert von 400V, dann darf der Verstärker nur für ein paar Sekunden volle Leistung abgeben – am besten gar nicht. | ||
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| + | Bei KT88 (KT90, KT100…) darf es etwas mehr sein. Man kann die Gefahr einer Selbstzerstörung »etwas« umgehen, indem man die Ruheströme nicht allzuhoch »dreht«. Bei etwa 40mA liegt man ziemlich auf der sicheren Seite. Gut ist das aber trotzdem nicht! | ||
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| + | Diese Schirmgitterspannung erfordert am besten ein »eigenes Netzteil«, zumindest aber einen Abgriff über einen belastbaren Serienwiderstand und zusätzlicher Siebung. Die Siebung kann moderat ausfallen, da hier keine Ströme fliessen, die einen 100µF-Elko rechtfertigen. | ||
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| + | Viele Hersteller umgehen diese »Problematik«, | ||
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| + | In **Ultralineartechnik** verhält es sich etwas anders. Die Schirmgitterspannung wird vom NF-Signal moduliert und man kommt zwangsläufig auf höhere Spannungswerte. | ||
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| + | In Ultralinear reichen etwa 2W Drahtwiderstände (100Ω bis 220Ω). Der Ruhestrom ist hier etwas geringer einzustellen. Viele Schaltbilder (gilt auch für EL34 & Co.) weisen keinen derartigen Widerstand auf. Von den Verstärkern ganz zu schweigen. Aus »unerklärlichen« Gründen durchgebrannte Kathodenwiderstände zeugen dann davon, dass hier etwas ins Schwingen geraten ist. | ||
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| + | Die **6550** ist für Ultralinear und bei einer Schirmgitterspannung von über 350V nicht mehr geeignet (dafür ist sie auch nie entwickelt worden!). Theoretisch käme aber eine KT88 damit gut zurecht. Theoretisch! Leider versteckt sich in vielen neueren **KT88** nur eine »simple« 6550. Und es wäre wirklich hilfreich, wenn man den Datenblättern trauen könnte (manche »Datenblätter« sind so plump von anderen [russischen] Datenblättern kopiert, dass das eigentlich jedem auffallen sollte). Zum Vergleich nehme man das (alte) Datenblatt von Genalex und vergleiche die Angaben! | ||
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| + | Viele trauen der 6550 recht wenig zu. Dabei ist das eine Tetrode, die früher vorzugsweise in Bass-Gitarrenverstärker eingesetzt wurde. Da die 6550 recht anspruchslos ist, konnte mit wenig Aufwand viel Leistung, vor allem mit dem nötigen »Punch«, erzeugt werden. Außerdem war und ist sie sehr robust. | ||
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| + | Eine KT88 wird man in solchen Verstärkern nicht finden. Dabei ist es eigentlich ganz einfach, mit der 6550: Es braucht eigentlich nur eine Trafoanzapfung bei etwa 350 Volt, eine einfache Einweggleichrichtung und in diesem Fall einen »dicken« Kondensator (etwa 100µF für alle vier Endröhren). Fertig ist die stabile Schirmgitterspannung. Mit einer Anodenspannung von etwa 600 Volt und Ruheströme von ca. 45mA »zaubert« man daraus einen Gegentakter, | ||
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| + | Das Problem in diesem Fall scheint nur die »hohe« Anodenspannung zu sein (Liebhaber von 845- oder 805-Eintakter würde diese Spannung eher im »Niedervoltbereich« ansiedeln…). Fakt ist jedoch, dass man bei derartigen Gegentaktern, | ||
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| + | Mal »eben so« einen (mehr oder minder) preiswerten Asia-Verstärker von Ultralinear auf Pentodenmodus »umzufrickeln«, | ||
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| + | Auch ist meist die negative Vorspannung (für BIAS) für den Pentodenmodus zu niedrig, so dass man diese Hilfsspannung »verdoppeln« muss. | ||
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| + | A propos Asia-Verstärker: | ||
| ===== Röhren ===== | ===== Röhren ===== | ||
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| + | __Röhren-Bezugsquelle: | ||
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| - | ==== 6K4P ==== | + | ==== 6K4(P) |
| russische HF-Pentode 6K4P | russische HF-Pentode 6K4P | ||
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| * 6AK5 | * 6AK5 | ||
| * 6SH1P | * 6SH1P | ||
| + | * 6K4 // | ||
| Die chinesische Röhre 6J1 ist für HF- und NF-Anwendungen geeignet und kommt mit einer kleinen Betriebsspannung und einer geringen Heizleistung aus. Sie ist baugleich zur Röhre EF95/6AK5 und zur Röhre 6SH1P. Die 6J1 lässt sich gut für einfache Röhrenexperimente und für die Ausbildung verwenden. | Die chinesische Röhre 6J1 ist für HF- und NF-Anwendungen geeignet und kommt mit einer kleinen Betriebsspannung und einer geringen Heizleistung aus. Sie ist baugleich zur Röhre EF95/6AK5 und zur Röhre 6SH1P. Die 6J1 lässt sich gut für einfache Röhrenexperimente und für die Ausbildung verwenden. | ||
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